Mit der Abschlusspräsentation am 27. Januar 2026 im Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz endete das Semesterprojekt des 5. Fachsemesters Stadtplanung und Städtebau an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus–Senftenberg. Seit Oktober 2025 hatten sich die Studierenden unter dem Titel „Neue Zukunftsperspektiven – Ein Update des Stadtentwicklungskonzeptes für Forst (Lausitz)“ intensiv mit der zukünftigen Entwicklung der Stadt auseinandergesetzt.
Das jährliche Semesterprojekt des Fachgebiets Stadtplanung verbindet wissenschaftliche Lehre mit kommunaler Praxis. Dabei werden Studierende an reale Planungsfragen herangeführt und entwickeln mit Unterstützung der Stadtverwaltung konkrete Ideen und Konzepte. Begleitet wurde das Projekt vom Fachbereich Stadtentwicklung der Stadtverwaltung Forst (Lausitz).

Zusammenarbeit und Zielsetzung
Im Mittelpunkt stand das sogenannte Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) – ein zentrales strategisches Instrument der Stadtplanung, das als Leitlinie für die mittel- und langfristige Entwicklung einer Stadt dient. Es bündelt städtebauliche, wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Ziele und bildet damit den Orientierungsrahmen für künftige Projekte. Für Forst (Lausitz) liegt das INSEK derzeit in der Fassung von 2017 vor, zuletzt fortgeschrieben im Jahr 2019.
„Das INSEK ist kein starres Gebilde, sondern entwickelt sich mit den sich wandelnden Rahmenbedingungen weiter“, erklärte John-Willy Schönig, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung. „Gerade der Strukturwandel der Lausitz stellt für unsere Stadt eine bedeutsame Chance dar. Wir können diesen Impuls nutzen und die Weichen für die Zukunft unserer Stadt stellen.“ Es ist vorgesehen, das INSEK ab 2027 fortzuschreiben – die Impulse der Studierenden sollen dabei maßgeblich einfließen und kreative und innovative Denkanstöße geben.
Ergebnisse der Studierendengruppen
Sechs Gruppen aus jeweils drei bis vier Studierenden entwickelten eigenständige Ansätze, wie Forst (Lausitz) künftig auf zentrale Herausforderungen reagieren kann:
„Rosenstadt Forst (Lausitz) – Zusammenwachsen / Zusammen wachsen“: Nutzung bestehender und internationaler Netzwerke, Verbindung städtischer Räume und Stärkung der Gemeinschaft.
„Forst Forward“: Kulturelle Identität und wirtschaftliche Resilienz, Stärkung der Innenstadt und Strategien gegen Bevölkerungsrückgang.
„Auf Forsten“: Rückbau und Begrünung von Industriebrachen, Entwicklung dezentraler städtischer Strukturen.
„Forst (Lausitz) als Kurort“: Qualifizierung innerstädtischer Freiräume nach Kurort-Standards, Umgang mit Altlasten und Entwicklung einer „Grünen Mitte“.
„Forst als Rosenstadt aufblühen lassen“: Fokus auf Jugend, soziale Integration und alternative Wohnformen.
„Forst (Lausitz) – Stadt der kleinen Zentren“: Stärkung der Ortsteile, Schaffung von Nachbarschaftszentren und Umnutzung von Industriebrachen zu Orten der Gemeinschaft.
Alle Gruppen werden ihre Abschlussberichte nun fertigstellen. Die Ergebnisse sollen am Tag der Städtebauförderung am 9. Mai 2026 in Forst (Lausitz) öffentlich ausgestellt werden.

Stimmen zur Präsentation
Zur Abschlusspräsentation begrüßte Heike Korittke, Verwaltungsvorstand für Stadtentwicklung und Bauen, die Studierenden im Museum und lobte ihr Engagement. Das Museum sei ein Symbol dafür, dass sich beschwerliche Wege lohnen können.
Prof. Dr. Nina Gribat, Leiterin des Studiengangs Stadtplanung und Städtebau an der BTU Cottbus–Senftenberg dankte für die Gastfreundschaft in Forst (Lausitz). Sie betonte die gelungene Zusammenarbeit zwischen Universität und Stadtverwaltung und zeigte sich sehr zufrieden mit den Konzepten.
Die Abschlusspräsentation bot zahlreiche neue Impulse und Denkansätze für die Weiterentwicklung der Stadt Forst (Lausitz) – ein Schritt, der zeigt, wie eng Wissenschaft und kommunale Praxis gemeinsam Zukunft gestalten können. Zukünftig soll die Zusammenarbeit von Universität und Stadtverwaltung weiter ausgebaut werden. Die Ergebnisse des Semesterprojektes werden zum Tag der Städtebauförderung am 09. Mai 2026 ausgestellt.
